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Wohnbereich mit Schwerpunkt Gerontopsychiatrie

Bilder Wohnbereich St. Michael

Unsere Kompetenz: Gerontopsychiatrie

Die demenzielle Erkrankung gehört zu den folgenschwersten Alterskrankheiten in unserer Gesellschaft. Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an diesen krankheitsbedingten Hirnleistungsstörungen. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt, wird sich nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,6 Millionen erhöhen. Dieser erschreckende Anstieg der Erkrankungshäufigkeit beruht auf hauptsächlich zwei relevanten Faktoren: 1) die Menschen in unserer Gesellschaft werden zwar älter – 2) die hirnorganischen Abbauprozesse lassen sich aber zeitlich nicht nach hinten verschieben.

Die Wissenschaft führt uns mit Entsetzen vor Augen, dass die Diagnose „Demenz“ jeden in unserer Gesellschaft treffen kann – wirklich jeden Menschen. Und dabei ist es egal, ob es sich um einen „Gewinnertypen“ handelt, einen eher einfachen oder einen gebildeten Menschen, einen Menschen mit mehr oder weniger Vermögen etc.. Positive psychosoziale Faktoren können sich höchstenfalls begünstigend auf das Erkrankungsrisiko auswirken. Sie wirken aber nicht immunisierend. Das heißt, die Brisanz des Themas hirnorganischer Abbauprozesse zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. „Demenz“ ist ein Thema, das jeden etwas angeht und jeden treffen kann - und das mit steigender Tendenz.

Diese erschreckenden Erkenntnisse fordern aktives Handeln und ein hohes Maß an gesellschaftlicher Verantwortung. Verantwortung für unsere ältere Generation. Verantwortung, diese Krankheit zu erforschen. Verantwortung den Betroffenen weitestgehend Linderung und ein höchstmögliches Maß an Lebensqualität zukommen zu lassen. Verantwortung, sie menschlich und qualitativ hochwertig zu pflegen und auch Verantwortung gegenüber den pflegenden Angehörigen, die sich oft bis über ihre eigene Belastungsgrenze hinaus für die Pflege und Betreuung einsetzten.

Diesen Herausforderungen stellen wir uns und diese Verantwortung nehmen wir ernst.

Wir haben uns auf die Pflege von gerontopsychiatrischen Erkrankungen spezialisiert und sind zu einem Kompetenzzentrum für demenzerkrankte Menschen geworden. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass Sie professionelle Pflege, Betreuung und Anleitung aus einer Hand bekommen – und dies individuell auf ihre Bedürfnisse und ihren individuellen Hilfebedarf hin angepasst.

Sprechen Sie uns an. Wir sind gerne für Sie da. Klicken Sie hier!

Weitere Informationen

Die demenzielle Erkrankung

Der Begriff Demenz (lat. dementia) leitet sich von de mente ab, was "ohne Geist" oder "von Sinnen" bedeutet. Man klassifiziert die demenzielle Erkrankung hauptsächlich in primäre und sekundäre Arten. Primäre Demenzen sind psychische Störungen mit organisch-psychischer Ursache als einziger oder leitender Symptomatik. Unter sekundären Demenzen versteht man psychische Störungen ohne organisch-psychische Ursache. Übertragen bedeutet Demenz ‚die Anzahl mehrerer Symptome’. D.h. sowohl das Sozialverhalten, die Motivation als auch die Persönlichkeit dementer Menschen verändern sich.

Der demenzielle Krankheitsverlauf erfolgt in unterschiedlichen Stadien. Gemäß den Kriterien des DSM-III-R wird zwischen leichter, mittelschwerer und schwerer Demenz unterschieden. Untersuchungen zeigen, dass eine Krankheitsstufe ca. 2 bis 4 Jahre umfasst. Mit zunehmendem Schweregrad der Demenz nehmen kognitive und affektive Störungen sowie neurologische Ausfälle zu. Der demenzielle Stadienverlauf ist als interindividuelles Geschehen zu betrachten. Eine Demenz ist bis heute nicht heilbar. Aber es gibt Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern können.

Bedingt durch die Vielzahl und die Verschiedenheit psychosozialer Lebensumstände, verlaufen die demenziell begünstigten Abbauprozesse individuell verschieden. Trotzdem kann man jedoch eine einheitliche Abfolge der demenziellen Fähigkeitseinbußen verzeichnen. Diese reichen von einem Verlust der intellektuellen Fähigkeiten, über den Verlust des Anpassungsvermögens an Umgebungsbedingungen, hin zu einem Verlust der sozialen Integrationsfähigkeit. Damit verbunden kommt es zu einer Störung der Kritik- und Urteilsfähigkeit sowie zu Aufmerksamkeitsstörungen und einer Abnahme des Abstraktions- und Orientierungsvermögens. Trotz aller Verluste, ändert sich jedoch die Gefühlswelt der Betroffenen nicht. Demenzkranke empfinden Freude, Trauer oder Wut wie gesunde Menschen auch, aber sie können sie nicht kanalisieren, zügeln oder gar unterbinden.

Zu Beginn einer Demenzerkrankung ist die nachlassende Gedächtnisleistung erkennbar, wobei insbesondere das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist. Begleiterscheinungen wie Teilnahmslosigkeit (Apathie) oder Unruhe mit erhöhter Anspannung, Enthemmung, Euphorie, Aggressionen oder Weinanfälle und Angst treten zuweilen auf. Im weiteren Verlauf verlieren die Erkrankten intellektuelle Fähigkeiten. Abstraktes Denken ist nicht mehr möglich. Sie leiden unter Wortfindungsstörungen und das Wiedererkennen von ihnen vertrauten Personen gelingt nicht mehr. Erinnerungen von Ereignissen die nur wenige Jahre zurückliegen verblassen. Im sehr weit fortgeschrittenen Stadium verlieren sie ihre Mobilität und ihre Sprache.

Die für die Betroffenen und die pflegenden Angehörigen beängstigenden und einschneidenden Veränderungen, machen eine professionelle Pflege und Begleitung und ein behutsames Einfühlen in die spezielle Erlebenswelt unverzichtbar. Daher sind diese auch zentrale Anliegen unserer täglichen Arbeit.

Die Belastung der Angehörigen

„Demenz“ – eine Diagnose mit weitreichenden Konsequenzen.

„Demenz“ - eine Krankheit, die insbesondere auch für die pflegenden Angehörigen und die Bekanntschaft und Verwandtschaft der betroffenen Person mit großer Angst besetzt ist.

Diese Erkrankung führt neben dem Verfall an körperlichen und psychischen Funktionen auch zum Verlust der eigenen Persönlichkeit und in die geistige Umnachtung. Familienangehörige von Demenzkranken sind unweigerlich von der Situation betroffen und können der Problematik nicht ausweichen. In einem Spannungsfeld von Verpflichtung, Liebe, Dankbarkeit, Hoffnung, Enttäuschung, Verbitterung und Erschöpfung sind die Pflegenden in höchstem Maße körperlich, psychisch und sozial gefordert. Durch die hohen Anforderungen und krankheitsbedingten Konsequenzen der Demenz nimmt der Druck mit fortschreitender Erkrankung zu. Oft kommt es zur Überforderung. Die veränderten Lebensbedingungen und Umstellungen im Familiensystem können die Familie sogar in eine „Krise“ stürzen. Die Gefahr unter dem Druck dieser speziellen Belastungssituation selbst zu zerbrechen ist groß.

Wir wissen um Ihre Belastungssituation und nehmen diese sehr ernst. Uns ist neben dem Wohlbefinden des erkrankten Menschen, auch Ihr Wohlbefinden ein Herzensanliegen. In einem vertraulichen persönlichen Erstgespräch, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Ihre individuelle Pflegesituation gemeinsam einzuschätzen und eine für Ihre Verhältnisse angemessene pflegerische Entlastungsmöglichkeit zu organisieren.

Sprechen Sie uns an. Wir sind gerne für Sie da.

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Unser Leistungsspektrum

Spezialisiert auf die Pflege von gerontopsychiatrischen Erkrankungen, hat sich der Kath. Kranken- und Wohlfahrtspflegeverein St. Markus e.V. mit verschiedenen ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten auf die Pflege dieser Krankheit spezialisiert und ist zu einem Kompetenzzentrum für demenzerkrankte Menschen geworden. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass Sie professionelle Pflege, Betreuung und Anleitung aus einer Hand bekommen – und dies individuell auf ihre Bedürfnisse und ihren individuellen Hilfebedarf hin angepasst.


Gerne stellen wir Ihnen im Folgenden unser gerontopsychiatrisches Angebot vor.

Unsere Sozialstation

Die Pflege des geliebten Menschen solange wie möglich in der vertrauten Umgebung aufrechterhalten; dabei aber auf Fachpersonal nicht verzichten. Stützend und begleitend stehen wir an Ihrer Seite. Als zuverlässiger Partner unterstützt Sie unsere Sozialstation in der individuellen Pflege und Betreuung des demenziell erkrankten Menschen. Gerne geben wir Ihnen auch Hilfestellung und Anleitung in der täglichen Pflegepraxis.

Qualitätssicherung spielt eine große Rolle. Das Instituts für Qualitätskennzeichnung von Dienstleistungen (kurz: IQD) überprüft regelmäßig die Qualität unserer Sozialstation.Den aktuellen Prüfbericht finden Sie hier.

Klicken Sie hier, um auf die Homepage der Sozialstation zu gelangen.

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Unsere Tagespflege

In den eigenen Vier-Wänden wohnen bleiben und trotzdem die Kompetenz und das Fachwissen von speziell geschultem Personal für einige Stunden am Tag oder in der Woche in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt haben pflegende Angehörige die Möglichkeit, sich im Alltag Ruhe- und Entspannungszeiten einzubauen, während sich der demenziell erkrankte Mensch bei uns in guten, behutsamen Händen befindet. Dieses Angebot macht Ihnen unsere Tagespflege.

Klicken Sie hier!Auch die Tagespflege wurde nun erstmalig durch IQD zertifiziert.

Klicken Sie hier für den Prüfbericht!

Der gerontopsychiatrische Wohnbereich St. Michael

Schreitet die Erkrankung des Betroffenen voran, ist der Umzug in das Pflegeheim der unumgänglich notwendige Schritt.

Im Altenzentrum St. Elisabeth führen wir einen gerontopsychiatrischen Wohnbereich: St. Michael. Dies ist unser Pflegefachbereich für Menschen im fortgeschrittenen Stadium der Demenz. Unser pflegerisches Ziel ist es, den Bewohnern aufgrund räumlicher, personeller und sachlicher Gegebenheiten, einen strukturierten und sicheren Tagesablauf zu bieten. Die Räume und die Zimmereinrichtung wurden so gestaltet, dass der hohe Bewegungsdrang sicher ausgelebt werden kann und die betroffenen Menschen Gegenstände vorfinden, die bei Ihnen Erinnerungen wach werden lassen.

Unser Personal auf St. Michael verfügt über ein weitreichendes gerontopsychiatrisches Fachwissen. Der Aufbau verlässlicher und von Einfühlungsvermögen geprägter Gestaltung von Beziehungen und Kommunikationswegen zwischen Pflegeperson und Zupflegendem sind für die Betroffenen enorm wichtig. Sie sind wie der Rettungsanker in einer immer mehr an Konturen verschwimmenden Wahrnehmung und Erlebenswelt.

Die Aufarbeitung der Biographie unserer Bewohner nimmt bei uns einen Schwerpunkt ein. Gemeinsam mit den Angehörigen, gehen wir in die Vergangenheit zurück und überlegen z.B. Was hat den Betroffenen interessiert? Welchen Beruf hatte er/sie erlernt? Wie sah ein gewöhnlicher Tag aus? Welche Personen waren ihm/ihr wichtig? Wie ist er/sie aufgewachsen? Was hat ihn/sie geprägt? Was waren Wünsche und Hoffnungen, Ängste und Zweifel? Welche Rituale hatte er/sie im Leben? usw. Diese Herangehensweise hilft uns bei der Erarbeitung eines sicher erlebten Tagesablaufes, dem Aufbau von verlässlich erlebten Beziehungen und der Erstellung von individuell abgestimmten Beschäftigungsmöglichkeiten.

Konzeption des Wohnbereichs St. Michael

Ziel des Wohnbereiches ist es, Bewohnern, die aufgrund ihrer gerontopsychiatrischen Erkrankung ihren Tagesablauf nicht selbst gestalten können, einen strukturierten, sicheren Tagesablauf zu bieten. Menschen mit entsprechender Erkrankung handeln aus der Sicht von Außenstehenden, welche sich mit dem Krankheitsbild nicht näher auskennen, oftmals „unvernünftig“. Diesem Verhalten wird auf dem Wohnbereich St. Michael verstärkt Freiraum gegeben. Weiter bietet dieser Bereich Rückzugsmöglichkeiten und gleichzeitig den Raum sich überall geschützt zu bewegen. Aufgrund ihrer psychischen Verfassung brauchen die Bewohner hier eine verbindlich, verlässliche Beziehung zum Pflegepersonal, die Ihnen einen sicheren Tagesablauf und ihr Bedürfnis nach Nähe bietet. Durch Validation, der Lehre vom Umgang mit dementen Menschen, wird der Mensch „für gültig“ erklärt. Es wird auf Gefühlsäußerungen eingegangen, die im betreffenden Moment absurd erscheinen mögen. Die Bewohner werden nicht alleine gelassen, es wird auf ihre Gefühlsäußerungen eingegangen, ohne sie zu maßregeln oder sie in die Wirklichkeit zurück zu zwingen.
Der Wohnbereich ist in warmen Farben gestaltet und bietet durch die Wohnküche eine heimelige Atmosphäre. Gegenstände und Möbel aus vergangenen Tagen sollen den Menschen, die oft aus ihren Erinnerungen leben, helfen sich zu Hause zu fühlen. Der entspiegelte Boden verhilft Desorientierung und falsche Wahrnehmungen zu vermeiden. Der Bereich ist nicht geschlossen, es gibt jedoch die Möglichkeit für eine individuelle Außentürüberwachung. Die Möglichkeit über eine gesicherte Dachterrasse ins Freie zu gelangen ist ein wichtiger Bestandteil im Raumkonzept des Wohnbereiches.

Unsere Mitarbeiter auf dem Wohnbereich

Die Wohnbereichsleiterin Athina Andreadou und diverse weitere Mitarbeiter haben eine gerontopsychiatrische Fachausbildung abgeschlossen. Während sich eine Fachkraft der Beschäftigung der Bewohner annimmt und ihre Kenntnisse den übrigen Mitarbeitern in der sozialen Betreuung zur Verfügung stellt, leitet Frau Andreadou den Wohnbereich St. Michael mit gerontopsychiatrischen Schwerpunkt. Die Mitarbeiter von St. Michael werden regelmäßig von Frau Andreadou im Umgang mit gerontopsychiatrisch Erkrankten geschult.

Weil allen Mitarbeitern auf dem Fachbereich dieses Wissen intensiv vermittelt wird, sind sie in der Lage den verschiedenen gerontopsychiatrischen Kankheitsbildern zu begegnen und den Bewohnern dort eine bestmögliche Begleitung zu gewährleisten.

Die Pflegeoase

Menschen im weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadium sind fast völlig immobil. Der Verlust ihrer kognitiven Fähigkeiten ist so weit fortgeschritten, dass verbale Kommunikation weitestgehend unmöglich ist. Ihre Wahrnehmung in diesem Stadium ist massiv beeinträchtigt. Diese schwere Form der Demenz erfordert meist auch eine spezielle Wohn- und Betreuungsform.

Ideal für die Pflege und Betreuung der demenziell erkrankten Menschen in diesem Stadium, ist die Wohnform der Pflegeoase. Im Altenzentrum St. Elisabeth ergänzt sie seit 2009 das Betreuungsangebot und gehört zum Wohnbereich St. Michael. Natürlich kann keine Betreuungsform den natürlichen Verlauf der Erkrankung verhindern oder aufhalten. Aber wir können die Betroffenen in ihrer Krankheit so begleiten, dass ihre Befindlichkeit verbessert wird, Ängste und Stress abgemildert und nicht zuletzt Angehörigen gestärkt werden.

Das Besondere an unserer Pflegeoase ist, dass sie die erkrankten Personen eine verbindliche, kontinuierliche Nähe erfahren lässt. Tagsüber ist durchgehend mindestens eine Pflegeperson in der Pflegeoase anwesend und kann auf die Bedürfnisse der Betroffenen sofort reagieren. Das unterscheidet die Pflegeoase erheblich von der Unterbringung im Einzel- oder Doppelzimmer. Dort beschränkt sich systembedingt der Kontakt auf die Zeiten, an denen die Körperpflege stattfindet und das Essen gereicht wird. Die kontinuierliche Anwesenheit einer Pflegeperson ist das wesentliche Merkmal der Pflegeoase.

Um dem Problem der Vereinsamung in einer gewöhnlichen Pflegeform entgegenzuwirken, wurde in der Oase ein großzügiger Mehrpersonenraum geschaffen. Dieser ist ausschließlich auf die Bedürfnisse der schwerkranken Menschen ausgerichtet. Sinnesreize durch Lichtpunkte an der Decke, dimmbare Beleuchtung an verschiedenen Plätzen des Raumes, großzügige bodennahe Fenster und die Möglichkeit die Betten überall im Raum zu positionieren, sind nur einige Aspekte. Eine Wohnküche und ein eigenes Bad sind in der Pflegeoase integriert, so dass dieser Wohnraum als eine eigene Gemeinschaft organisiert werden kann. Dabei werden die Betroffenen tagsüber ihrem Können entsprechend aus dem Bett mobilisiert und nehmen so auch am sozialen Leben teil.

Diese Wohn- und Betreuungsform wurde bei uns wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse der Studie wurden im Januar 2013 vom Demenz Support Stuttgart der Öffentlichkeit präsentiert.

Tagesgestaltung & Beschäftigung für Demenzkranke

Auch wenn die geistigen Fähigkeiten nachlassen, bleibt das Grundbedürfnis nach sinnvoll erlebter Beschäftigung und Tagesgestaltung. Hierzu legen wir Wert auf eine gute personelle Ausstattung.

In unserem Hause arbeiten mehrere qualifizierte Mitarbeiter, die für die Beschäftigung und Aktivierung unserer Bewohner zuständig sind. Zusätzlich sind Mitarbeiter angestellt die über den §87b des SGBXI finanziert werden. Hierbei handelt es sich um speziell qualifiziertes Personal, das für eine zusätzliche Betreuung von Menschen mit Demenz zuständig ist. Während im ambulanten Bereich nach §45b SGBXI solch eine Betreuung bereits vor Jahren geschaffen wurde, ist dies seit etwa 3 Jahren auch im stationären Bereich möglich. Zusätzlich zu unserem „regulären“ Personal in der Beschäftigung, arbeiten im Altenzentrum St. Elisabeth derzeit fünf Mitarbeiter in Teilzeit, die eine zusätzliche Betreuung von demenzkranken Menschen übernehmen.

Zur Erstellung unseres Beschäftigungsangebots ist eine gründliche biographische Vorabreit unabdingbar, denn viele Fähigkeiten sind bei den Betroffenen oft noch vorhanden und können durch gezielte Maßnahmen aktiviert werden. Dabei ist uns ein ausgewogenes Angebot an männlichen und weiblichen Betätigungsfeldern besonders wichtig. Leider ist es häufig so, dass das Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten für weibliche Interessen in Pflegeheimen überwiegt, da der Großteil der pflegebedürftigen Menschen in Heimen Frauen sind. Wir versuchen hier bewusst entgegen zu steuern und bieten auch Betätigungsfelder für Männer an. So wurden beispielsweise Zeitschriften über Autos - vorzugsweise Oldtimer - und Fachliteratur über alte Eisenbahnen, sowie ein Märklin-Metallbaukasten aus den 60-er Jahren in unser Repertoire mitaufgenommen.

Die gute personelle Ausstattung im Bereich der Beschäftigung sowie die individuellen Interessen unserer Bewohner, ermöglichen es uns, eine Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten. Sie reichen von der Gartenarbeit in der Tagespflege und auf dem Dachgarten, bis zur Sitzgymnastik, von der Erinnerungsarbeit mit persönlichen Bildern, bis zur basalen Stimulation - und sie wachsen immer weiter, weil immer wieder Menschen mit neuen Interessen in unser Haus einziehen.





Qualitätssicherung im stationären Bereich

Der gerontopsychiatrische Fachbereich wird im Rahmen der IQD-Prüfung für das gesamte Haus ebenfalls geprüft und zertifiziert. Um den speziellen Qualitätsanforderungen des gerontopsychiatrischen Bereiches gerecht zu werden, setzen wir zusätzlich "DCM" ein. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in den nächsten Absätzen.

„Personen-zentrierte-Pflege“ und „Dementia-Care-Mapping“ (kurz: DCM)

Die uns anvertrauten pflegebedürftigen Menschen sollen sich wohl fühlen. Dies ist unser höchstes Ziel im täglichen Umgang und in der Pflege. Normalerweise führen wir hierzu Befragungen unter unseren Bewohnern durch und werten sie aus. Außerdem erhalten wir regelmäßig Rückmeldungen von unserem Heimbeirat und aus Angehörigengesprächen.

Doch wie können wir das individuelle Erleben unserer dementen Bewohner wirklichkeitsgetreu und wahrheitsgemäß plakatieren? Das sogenannte „Dementia-Care-Mapping“ oder kurz DCM gilt bislang als die am bestgeeignetste Methode hierfür. Sie gibt nicht nur Aufschluss über die individuelle Befindlichkeit der Bewohner, sondern liefert auch konkrete Ergebnisse für unsere Betreuungsqualität.

Allerdings sind einige Vorarbeiten notwendig, um diese Methode einsetzen zu können:

Die Pflegenden müssen sich an einem speziellen Pflegekonzept für die Pflege von Demenz kranken Menschen orientieren. Dieses Konzept heißt „Personen-Zentrierte-Pflege“ und wurde von dem englischen Psychologen und Soziologen Tom Kitwood vor etwa 25 Jahren entwickelt. Alle unsere Pflegemitarbeiter des Wohnbereichs St. Michael sind in diesem Pflegekonzept geschult. Basierend auf diesem Konzept, entwickelte Kitwood in der Universität in Bradford/Nordengland die Methode des „Dementia-Care-Mapping“. Damit soll das Konzept der personenorientierten Pflege nachhaltig in die Einrichtung implementiert, gleichzeitig das Wohlergehen der an Demenz erkrankten Menschen gemessen und kontinuierlich verbessert werden.

Wie funktioniert DCM?

Ein Beobachter verbringt etwa vier Stunden im Aufenthaltsbereich des gerontopsychiatrischen Wohnbereichs. Er beobachtet zielgerichtet Bewohner und Mitarbeiter. Im 5-Minuten-Takt wird regelgeleitet die Befindlichkeit eines begrenzten Kreises von dementen Bewohner eingeschätzt. Dabei wird ihr Verhalten einer Kategorie zugeordnet und eine Einschätzung über den individuellen Befindlichkeitszustand abgegeben. Anhand der Zahlen und Verteilung der Kategorien können im Anschluss konkrete Schlüsse über ihr Wohlergehen gezogen werden. Hinzu kommt die Einschätzung über das Verhalten der Pflegemitarbeiter. Das Verhalten und die Befindlichkeit des Bewohnerkreises und die Einschätzung über das Mitarbeiterverhalten werden in einem anschließenden Bericht mit Feedbackteil erwähnt und ausgewertet.

Der Bericht und das Feedback des Beobachters sollen Denkanstöße für die Mitarbeiter geben, die damit angehalten sind ihr Tun immer wieder neu zu überdenken und Verbesserungen herbeizuführen. Der Beobachtungsprozess mündet schließlich in eine Verbesserung der Lebensqualität des erkrankten Bewohnerkreises, welche wiederrum durch DCM nachweisbar ist.

Zur Überprüfung und Verbesserung der Lebensqualität unserer demenziell erkrankten Bewohner ist uns die Implementierung des DCM im Altenzentrum St. Elisabeth sehr wichtig. Daher wurde unser Qualitätsbeauftragte, Uwe Günzel, in der Anwendung des „Dementia-Care-Mapping“ geschult, geprüft und wird künftig diese Methode im Altenzentrum St. Elisabeth anwenden.